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Sonderausstellung

Desperate Housewives?
Künstlerinnen räumen auf

17. Dezember 2016 bis 12. März 2017

 

Die Frau und ihre Rolle in Haus und Haushalt – dieses eigentlich ganz private Thema ist immer wieder öffentlicher Schauplatz ideologischer Grabenkämpfe: das altbackene Heimchen am Herd versus die moderne berufstätige Familienmanagerin. In den 1970er und 80er Jahren haben Künstlerinnen aus feministischer Perspektive gesellschaftliche Strukturen, Geschlechterhierarchien und Machtverhältnisse kritisch hinterfragt. Mittlerweile hat sich öffentlich und privat vieles verändert. Frauen sind überwiegend berufstätig, das Haus steht tagsüber meist leer und selbst der Begriff „Hausfrau“ ist aus dem Sprachgebrauch nahezu verschwunden. Welche Bedeutung hat die Arbeit in Haushalt und Familie also heute? Und wer erledigt sie? Gibt es tatsächlich eine gerechte Lastenverteilung?

In der neuen Sonderausstellung „DESPERATE HOUSEWIVES? Künstlerinnen räumen auf“ (17.12.16-12.3.17) nehmen internationale Künstlerinnen, geboren zwischen 1936 und 1986, das Haus als Lebens- und Arbeitsplatz ins Visier. Auf mehr als 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche reflektieren sie das weibliche Verhältnis zum Haus und entlarven es als einen Ort voller Widersprüche. Ist es Gefängnis oder Freiraum? Ist Haushalt lästige Pflicht oder auch Vergnügen? Öffnet sich hier vielleicht sogar ein ganz individueller Gestaltungsraum abseits der Anforderungen einer enorm beschleunigten kapitalistischen Gesellschaftsordnung? Diese Fragen berühren nicht nur unmittelbar die eigene Identität, sondern auch unser gesamtgesellschaftliches und kulturelles Selbstverständnis. Wo und wie können wir uns noch zu Hause fühlen, wenn heute nichts mehr wirklich privat bleibt und sich die Grenzen
zwischen Außen und Innen durch Internet und neue Medien verflüchtigen? Und: Welche Träume, Wünsche und Lebensentwürfe werden sich in dieser komplexen, globalisierten Welt als zukunftsfähig erweisen? Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen von 29 Künstlerinnen geben überraschende, nachdenkliche, ironische, provokante, witzige oder versöhnliche Antworten.

Teilnehmende Künstlerinnen
Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Jutta Burkhardt, Barbara Deblitz, Alba D’Urbano, Anke Eilergerhard, Maria Ezcurra, Kerstin Flake, Dorothee Golz, Mona Hatoum, Andrea Isa, Suscha Korte, Susanne Kutter, Alexandra Kürtz, Ori Levin, Rosa Loy, Inge Mahn, Katharina Mayer, Alice Musiol, Gabriela Oberkofler, Pipilotti Rist, Ulrike Rosenbach, Ingrid Schorscher, Caroline Streck, Rosemarie Trockel, Diane Welke, Barbara Wrede, Andrea Zittel.

Öffentliche Führungen
durch die Sonderausstellung an allen Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen.
Beginn jeweils 14.00 Uhr, Teilnahmegebühr 4 Euro zzgl. Eintritt.
Bitte bis jeweils Donnerstagmittag vorab anmelden unter info@tim.bayern.de oder über die Buchungszentrale Telefon (0821) 81001-50.

Gruppenführungen