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Sonderausstellung

Carbon – Stoff der Zukunft
22. Juni bis 6. November 2016

Faszination Technik! Von Juni bis November 2016 dreht sich im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) alles um ein ganz besonderes textiles Material. In der Ausstellung „Carbon – Stoff der Zukunft“ erleben Besucher im tim die faszinierenden Eigenschaften und Anwendungsgebiete dieses leichten, aber überaus stabilen Werkstoffs. Die interaktive Schau zeigt auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern rund 200 beeindruckende Objekte aus den Bereichen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Architektur, Design, Lifestyle, Medizin und „Future“. Sie ist damit deutschlandweit die bislang größte Ausstellung zu diesem Thema.

Mit dabei sind auch zahlreiche Exponate aus der Region Augsburg, wo wichtige Forschungseinrichtungen und Firmen unterschiedlichster Branchen mit kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen arbeiten. Zu sehen sind beispielweise ein Segment der Rumpfschale vom Langstreckenflugzeug Airbus A350, das Kabinengerüst eines Helikopters oder ein Teil der Ariane 5-Rakete. Aber auch dem Elektroauto BMW i3 können Besucher „unter den Lack“ gucken und die textile Struktur dieser Karosserie aus Carbon erkunden.

Aber welche einzigartigen Eigenschaften machen Carbon zu solch einem begehrten Stoff in so vielen Bereichen? An zahlreichen Mit-Mach-Stationen können Besucher selbst testen und ausprobieren. Die Ausstellung im tim zeigt auch den spannenden Entstehungsprozess und anhand laufender Maschinen (bei gebuchten Führungen) unterschiedliche Verarbeitungsschritte von Carbon. Zu sehen sind eine Web-, Flecht- und Stickmaschine sowie ein Roboter, der in der Lage ist, Gewebe aus Carbon aufzunehmen und an anderer Stelle zielgenau abzulegen. Die Ausstellung stellt nicht zuletzt wichtige Fragen nach Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Recycling.

Öffentliche Führungen
durch die Sonderausstellung an allen Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen.
Beginn jeweils 14.00 Uhr, Teilnahmegebühr 4 Euro zzgl. Eintritt.
Bitte vorab anmelden unter info@tim.bayern.de oder über die Buchungszentrale Telefon (0821) 81001-50.

Gruppenführungen

Mit freundlicher Unterstützung von:
Premium Aerotec, Dornier, MAI Carbon, SGL Group, LEW, KUKA, Fraunhofer
Medienpartner:
Augsburger Allgemeine, Wall



DESPERATE HOUSEWIVES?
Künstlerinnen räumen auf
17. Dezember 2016 bis 12. März 2017

Die Frau und ihre Rolle in Haus und Haushalt – dieses eigentlich ganz private Thema wurde im 20. Jahrhundert zum öffentlichen Schauplatz ideologischer Grabenkämpfe: das altbackene Heimchen am Herd versus die moderne berufstätige Familienmanagerin. In den 1970er und 80er Jahren haben Künstlerinnen aus feministischer Perspektive gesellschaftliche Strukturen, Geschlechterhierarchien und Machtverhältnisse kritisch hinterfragt. Mittlerweile hat sich gesellschaftlich und privat vieles verändert. Frauen sind überwiegend berufstätig, das Haus steht tagsüber meist leer und selbst der Begriff „Hausfrau“ ist aus dem Sprachgebrauch nahezu verschwunden. Welche Bedeutung hat die Arbeit in Haushalt und Familie also heute? Und wer erledigt sie? Gibt es tatsächlich eine gerechte Lastenverteilung?

In der Ausstellung „DESPERATE HOUSEWIVES? Künstlerinnen räumen auf“ nehmen Künstlerinnen, geboren zwischen 1936 und 1986, das Haus als Lebens- und Arbeitsplatz erneut ins Visier. Sie reflektieren das weibliche Verhältnis zum Haus und entlarven es als einen Ort voller Widersprüche. Ist es Gefängnis oder Freiraum? Ist die Frau Sklavin oder Herrscherin? Ist Haushalt lästige Pflicht oder vielleicht auch Vergnügen? Öffnet sich hier vielleicht sogar ein ganz individueller Gestaltungsraum abseits der Anforderungen einer turbokapitalistischen Gesellschaftsordnung? Diese Fragen berühren nicht nur unmittelbar die eigene Identität, sondern auch unser gesellschaftliches und kulturelles Selbstverständnis. Wo und wie können wir uns noch zu Hause fühlen, wenn heute nichts mehr wirklich privat bleibt und sich die Grenzen zwischen Außen und Innen durch Internet und neue Medien verflüchtigen? Und: Welche Träume, Wünsche und Lebensentwürfe werden sich in dieser komplexen, globalisierten Welt als zukunftsfähig erweisen?

Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen von 29 Künstlerinnen geben überraschende, nachdenkliche, ironische, provokante, witzige oder versöhnliche Antworten.

Teilnehmende Künstlerinnen:

Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Jutta Burkhardt, Barbara Deblitz, Alba D’Urbano, Anke Eilergerhard, Maria Ezcurra, Kerstin Flake, Dorothee Golz, Mona Hatoum, Andrea Isa, Suscha Korte, Susanne Kutter, Alexandra Kürtz, Ori Levin, Rosa Loy, Inge Mahn, Katharina Mayer, Alice Musiol, Gabriela Oberkofler, Pipilotti Rist, Ulrike Rosenbach, Ingrid Schorscher, Caroline Streck, Rosemarie Trockel, Diane Welke, Barbara Wrede, Andrea Zittel.

Bildnachweis: Joachim-Werkmeister, Wilhelm-Hack-Museum-Ludwigshafen